Aus der Perleberger Senfküche
Häufige Fragen & scharfe GeheimnisseIndustrieller Senf wird oft in riesigen Mengen blitzschnell und unter hoher Hitze vermahlen, wodurch viele feine Aromen verloren gehen. Zudem wird oft mit Zucker oder Verdickungsmitteln nachgeholfen. Bei uns im Perleberger Stil wird Wert auf ein schonendes Mahlverfahren gelegt, bei dem die ätherischen Öle geschützt werden. Das schmeckt man an der Vielschichtigkeit: erst die Saat, dann die Säure, dann die anhaltende Würze.
Ja! Unser traditioneller Perleberger Senf besteht rein aus natürlichen Zutaten: Senfsaat, Wasser, Essig, Salz und Gewürzen. Wir verzichten komplett auf künstliche Zusätze, Verdickungsmittel oder tierische Produkte. Da wir keine weizenbasierten Bindemittel nutzen, ist er von Natur aus glutenfrei.
Senf ist durch die enthaltene Säure (Essig) und die natürlichen ätherischen Öle der Senfsaat von Natur aus extrem konservierungsbeständig. Nach dem Öffnen solltest du das Glas aber im Kühlschrank aufbewahren. So bleibt das feine Aroma und die Schärfe über viele Monate hinweg optimal erhalten. Verwende immer einen sauberen Löffel!
Man kann und man sollte! Allerdings gibt es einen Trick: Wenn du die volle Schärfe behalten willst, rühre den Senf erst ganz am Schluss in die warme Sauce ein und lass ihn nicht mehr kochen. Wenn du den Senf jedoch von Anfang an mitkochst (z. B. bei Rouladen), verfliegt die Schärfe, und zurück bleibt ein wunderbar tiefes, würziges und leicht süßliches Aroma, das der Sauce eine fantastische Bindung gibt.
Das liegt an den flüchtigen Senfölen (Isothiocyanaten). Wenn Senf Wärme oder Licht ausgesetzt ist, bauen sich diese Schärfeträger langsam ab. Deshalb schmeckt ein frisch geöffnetes Glas oft intensiver als eines, das seit Monaten angebrochen ist. Tipp: Immer kühl und dunkel lagern!
- Mittelscharf (Der Allrounder): Perfekt für die klassische Bratwurst, Rouladen oder im alltäglichen Salatdressing.
- Körnig/Grob: Hervorragend für Krustenbraten, zum Einreiben von Fleisch oder in einer rustikalen Senfsauce.
- Süßer Senf: Unverzichtbar zur Weißwurst, schmeckt aber auch genial als Kontrast in einer Honig-Senf-Dressing.
Das ist reine Chemie! Die Schärfe der Chili kommt vom Stoff Capsaicin, der nicht wasserlöslich ist und schwer auf der Zunge liegt. Die Schärfe im Senf entsteht erst beim Mahlen durch die Verbindung von Senfsaat und Flüssigkeit (die sogenannten Isothiocyanate). Diese Öle sind flüchtig – sie steigen beim Kauen gasförmig in den Rachenraum und die Nase auf. Deshalb spürst du den Senf-„Kick“ in den Nebenhöhlen, er verfliegt aber viel schneller als Chili.
Aus rechtlichen Gründen dürfen wir keine Heilversprechen abgeben, aber die Volksmedizin schwört seit Jahrhunderten auf die Kraft der Senfsaat! Die enthaltenen Senföle wirken stark durchblutungsfördernd und antibakteriell. Ein traditioneller Senfumschlag (äußerlich angewendet!) oder ein Fußbad mit Senfmehl sind alte Hausmittel bei Verspannungen und beginnenden Erkältungen.
